Staatliche Bestände


Die staatlichen Bestände enthalten die Unterlagen der Behörden und der Verwaltung des alten Landes Uri und des Kantons Uri. Sie sind nach den Perioden der Kantonsgeschichte in vier Archive gegliedert:

  • Altes Archiv vor 1798
  • Helvetisches Archiv 1798-1803
  • Behörden- und Verwaltungsarchiv seit 1803
  • Gerichtliche Unterlagen seit 1803

Zu den staatlichen Unterlagen gehören auch die kantonalen Amtsdruckschriften (Publikationen der Behörden und der kantonalen Verwaltung), die zwecks einfacherer Zugänglichkeit separat abgelegt sind. 

Für die Benutzung der Unterlagen bestehen Schutzfristen (RB 10.6212, Art. 6-8). Die Zuständigkeit für das Genehmigen der Benutzung von Unterlagen zu wissenschaftlichen Zwecken vor Ablauf der Schutzfristen liegt beim Regierungsrat oder beim zuständigen Gericht. Wer eine Ausnahmebewilligung begehrt, hat ein schriftliches Gesuch mit Begründung einzureichen. 


Altes Archiv

Das alte Archiv enthält die Unterlagen aus dem alten Land Uri aus der Zeit des Mittelalters und des Ancien Régime (bis 1798). Der Bestand umfasst nur wenige Laufmeter, da dieser durch verschiedene Archivbrände stark dezimiert wurde, zuletzt beim verheerenden Dorfbrand von Altdorf am 5. April 1799.

Der Bestand ist nach dem Pertinenzprinzip (d.h. thematisch) gemäss folgendem Archivplan geordnet.

Das Verzeichnis des alten Archivs ist im Archivkatalog des Staatsarchivs Uri zugänglich:

Archivkatalog,  altes Archiv 

Teil des alten Archivs ist eine Sammlung von rund 200 Originalurkunden oder Urkundenabschriften aus den Jahren 1196 bis 1771.

Archivkatalog, Urkundensammlung 

Literatur:
Denier Anton, Urkunden aus Uri, in: Der Geschichtsfreund, Bände 41-44, Einsiedeln 1886-1889. 


Helvetisches Archiv

Das Helvetische Archiv enthält die Unterlagen aus dem Land Uri aus der Zeit der Helvetischen Republik. Die Helvetische Republik entstand im Zusammenhang mit der Französischen Revolution auf dem Gebiet der alten Eidgenossenschaft. Sie bestand vom 12. April 1798 bis am 10. März 1803. In dieser Zeit war  Uri Teil des Kantons Waldstätte, der grob die heutigen Kantone Uri, Ob- und Nidwalden, Zug sowie Teile des Kantons Schwyz umfasste.

Der Bestand ist nach dem Pertinenzprinzip (d.h. thematisch) gemäss folgendem Archivplan geordnet.

Archivkatalog,  Helvetisches Archiv 


Gerichtliche Unterlagen (G-Archiv)

Das G-Archiv umfasst gerichtliche Unterlagen ab 1803. Es ist nach den bis 1850 bzw. 1888 bestehenden und seither erneuerten Instanzen gegliedert (heute: Land- und Obergericht Uri samt deren Abteilungen und Kommissionen; Kriminalgericht bis 1925; Jugendgericht seit 1980). Das Gerichtsarchiv des Landgerichts Ursern befindet sich im Talarchiv Ursern in Andermatt.

Aus Datenschutzgründen bestehen keine digitalen Verzeichnisse.

Übersicht über das Gerichtswesen im alten Land und im Kanton Uri >>


Landrat, Landsgemeinde (L-Archiv) 

Ein eigentliches Landratsarchiv ist seit 1957 ausgeschieden. Davor liegen die Landratsunterlagen im Regierungs- und Verwaltungsarchiv bei den jeweiligen Sachgeschäften. Sessionsunterlagen befinden sich als Beilagen im Land- und Regierungsratsprotokoll.

Digitalisate der Landratsunterlagen 1970 - 2012 


Behörden- und Verwaltungsarchiv seit 1803 (R-Archiv)

Das Behörden- und Verwaltungsarchiv seit 1803 ist nach den verfassungsmässigen Gewalten Landrat, Regierungsrat und Gerichte sowie in einen Teil kantonale Verwaltung gegliedert. Eine weitere Gliederung folgt in zwei Teile:

Der erste Teil ist bis ca. 2010 nach dem Pertinenzprinzip (d.h. thematisch) geordnet. Der zweite Teil enthält die Unterlagen ab ca. 2010 und ist nach dem Provenienzprinzip (d.h. nach Herkunft der Unterlagen) geordnet. Die Volltextsuche im Archivkatalog ermöglicht es, in beiden Teilbeständen gleichzeitig nach Unterlagen zu suchen.


Archivkatalog,  Verwaltungsarchiv Pertinenzbestand 

Archivkatalog,  Verwaltungsarchiv Provenienzbestand 


Protokolle und Bücher

Der Bestand enthält die Protokolle des Landrats und des Regierungsrats sowie ihrer Vorgängerbehörden seit 1803. Zu nennen sind hier die Protokolle der Landsgemeinde (1775 bis 1928) sowie der Nach- oder Bezirksgemeinde (bis 1879). Weiter umfasst der Bestand die Protokolle der Rats- und Regierungskommissionen und selbständigen Nebenbehörden, die bis zur Einführung des Direktorialsystems im Regierungsrat im Jahr 1888 bestanden. Nach 1888 finden sich die Protokolle der Verwaltungskommissionen sowie des Erziehungsrats.

Einen besonders beachteten Buchbestand bildet das Urner Stammbuch. Dabei handelt es sich um eine Zusammenführung von Informationen zu den Urner Familien aus den Kirchenbüchern der Pfarreien aus der Zeit von ca. 1600 bis zur Einführung der Familienregister der Zivilstandesämter im Jahr 1924. 

 

Die Altgültensammlung (R-301-12)

Eine weitere Besonderheit im Rahmen der staatlichen Unterlagen ist das Altgültenarchiv >> . Es handelt sich dabei um eine nach Gemeinden und Grundstücksnamen gegliederte Sammlung von Grundpfandtiteln, die einerseits nach ihrer Ablösung via das Amt für Grundbuch ins Staatsarchiv gelangten, andererseits laufend durch Schenkungen von privater Seite ergänzt werden.

Einen ausführlichen Artikel zu den Altgülten finden Sie hier:

Die Altgülte - Kapitalbrief und Dokument.pdf



Das Verzeichnis der Altgültensammlung ist in 20 Dokumente analog zu den Urner Gemeinden gegliedert. Innerhalb des Verzeichnisses einer Gemeinde sind die Grundstücke in alphabetischer Reihenfolge nach Flurnamen aufgeführt:

Das Altgültenarchiv >>


Amtsdruckschriften

Als Amtsdruckschriften werden alle wiederkehrend erscheinenden gedruckten Publikationen der Behörden, Verwaltungen, Institutionen, Stiftungen etc. bezeichnet, bei denen der Kanton institutionell, finanziell oder auf der Grundlage von Konkordaten und Verwaltungsvereinbarungen Herausgeber oder an der Herausgabe mitbeteiligt ist.

In mehr oder weniger ausführlicher Art wird im Grossteil dieser gedruckt vorliegenden Publikationen Rechenschaft über staatliche Tätigkeiten abgelegt.

Das Urner Amtsblatt online 


Zeitungen

Die ersten Zeitungen im Raum Zentralschweiz, später in Uri, waren ganz oder teilweise obrigkeitliche Blätter, z.T. Vorläufer des Amtsblattes. Die beiden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts erscheinenden Zeitungen (Urner Wochenblatt und Gotthard-Post/Urner Tagblatt/Urner Zeitung/Neue Urner Zeitung/Urner Zeitung) sind mikroverfilmt und auf diese Weise zugänglich. Alle übrigen Zeitungen können im Lesesaal im Original konsultiert werden.


Verzeichnis der Urner Zeitungen

  •  Wochenblatt für die vier löblichen Kantone Ury, Schwyz, Unterwalden und Zug (1814-1822)
  •  Wochenblatt von Uri (1838-1848)
  •  Der Alpen-Bote von Uri (1848)
  •  Urner Wochenblatt (1876 ff.)
  •  Urner Zeitung (1878-1883)
  •  Zwing Uri (1879-1883)
  •  Urner Volksfreund (1884-1885)
  •  Urner Volksblatt (1885-1890)
  •  Gotthard-Post (1892-1988)
  •  Die Waldstätte (1901)
  •  Alternative (1973-2000)
  •  Gotthard-Post / Urner Tagblatt (1988-1991)
  •  Urner Zeitung (1992-1995)
  •  Neue Urner Zeitung (1996 - 2016)
  •  Urner Zeitung (2016 ff.) 



 
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